Das achte Gebot

„Du sollst nicht stehlen!“ (1. Mose 5,19)

 

Wenn es um Diebstahl geht, denke ich immer an das Buch Erinnerungen aus meiner Kindheit des rumänischen Schriftstellers Ion Creangă, in dem er über das Kirschenstehlen schreibt. Natürlich denke ich auch daran, wie viele verschiedene Arten des Diebstahls ich seitdem gehört habe—weit über solche kleinen Kindheitsstreiche hinaus.

Heutzutage ist es neben dem Diebstahl von Gegenständen auch modern geworden, geistiges Eigentum zu stehlen, also zu plagiieren. Aber man kann nicht nur Dinge stehlen, sondern auch das Herz eines Menschen—ja, jemand kann sich sogar auf betrügerische Weise in die Herzen anderer einschleichen.

Wer stiehlt, wird Gottes Gericht erfahren, und Diebe werden das Reich Gottes nicht erben: „Weder Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben“ (1. Korinther 6,10). Deshalb muss man von der Sünde des Diebstahls umkehren, denn sie ist eines Lebens als Kind Gottes unwürdig. Die Bibel beurteilt den Diebstahl in einem Fall milder: wenn jemand aus Not stiehlt, um seinen Hunger zu stillen: „Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um seinen Hunger zu stillen; doch wenn er ertappt wird, muss er es siebenfach ersetzen, und es kann ihn sein ganzes Vermögen kosten“ (Sprüche 6,30–31).

„Was verbietet Gott im achten Gebot? Gott verbietet nicht nur den Diebstahl und Raub, die auch von den Behörden bestraft werden. Er nennt Diebstahl jede List und jeden Trick, durch den wir versuchen, uns die Güter unseres Nächsten anzueignen—sei es mit Gewalt oder unter dem Schein der Rechtmäßigkeit. Dazu gehören falsche Gewichte und Maße, minderwertige Ware und Falschgeld, Wucher oder jedes andere Mittel, das Gott verboten hat. Auch Geiz und die Verschwendung der Gaben Gottes gehören dazu.“ (Heidelberger Katechismus 110) Amen.

GEBET: Vater, ich danke dir, dass du uns durch deine Gnade mit allem versorgst, was wir brauchen. Schenke allen Zufriedenheit, damit niemand begehrt oder sich aneignet, was dem anderen gehört. Amen.

Sebestyén Elek Előd