Der Traum des Pharaos

„Sieben Jahre werden kommen, in denen im ganzen Land Ägypten großer Überfluss herrschen wird. Aber danach werden sieben Jahre des Hungers folgen, sodass man den ganzen Überfluss im Land Ägypten vergessen wird und der Hunger das Land verzehren wird.“ (1. Mose 41,29–30)


Sicherlich kennen viele Menschen die Fabel Die Grille und die Ameise von Jean de La Fontaine. Die Grille musizierte den ganzen Sommer über, während die Ameise fleißig Vorräte sammelte. Als der Winter kam, hatte die Ameise genug zu essen, die Grille jedoch nicht. Deshalb wandte sie sich an die Ameise und bat sie um etwas zu essen. Sollen wir nur für den heutigen Tag leben? Sollen wir sofort alles ausgeben, was wir verdienen? Sollen wir die Arbeit aufgeben, wenn wir keine Lust dazu haben? Sollen wir fleißig arbeiten? Lohnt es sich, für schwierige Zeiten Vorräte anzulegen? Viele Fragen können sich aus dieser Fabel ergeben, genauso wie die Geschichte vom Traum des Pharaos eine besonders wichtige und aktuelle Botschaft für uns alle enthält.
Im ersten Traum des Pharaos kamen sieben fette Kühe aus dem Nil, gefolgt von sieben mageren Kühen. Im zweiten Traum verschlangen sieben volle Ähren sieben magere Ähren. Josef deutet den Traum des Pharaos, macht aber sofort deutlich, dass die Deutung von Gott kommt. Seiner Erklärung zufolge werden auf sieben Jahre des Überflusses sieben Jahre der Not und des Hungers folgen. Josef gibt dem Pharao auch einen Rat: In den Jahren des Überflusses soll ein Fünftel der Ernte gesammelt und Getreide für die Hungerjahre eingelagert werden.
Die Unsicherheit des Alltags und die Verlangsamung der Wirtschaft bringen heute viele Menschen dazu, darüber nachzudenken, wie lange die Jahre des Überflusses noch dauern werden. Vielleicht spüren viele bereits am eigenen Leib, dass die „sieben mageren Jahre“ gekommen sind. Hat uns das unerwartet getroffen? Sind wir darauf vorbereitet? Können wir es vermeiden?
Leider zeigt die Erfahrung, dass viele Menschen selbst in Zeiten des Wohlstands nicht gut mit dem umgehen können, was sie haben. Sie leben für den Wohlstand und oft auf Kredit. Doch eine noch wichtigere Frage ist, auf welchem geistlichen Fundament wir stehen. Wie stark ist dein Glaube? Wie stark ist deine Liebe? Wie stark ist deine Ausdauer? Wie stark ist deine Geduld? Bist du darauf vorbereitet, dass Tage kommen können, deren Last dich innerlich und geistlich zum Zusammenbrechen bringen könnte?
Wirst du dann auf die vielen Worte der Bibel zurückgreifen können, durch die Gott so oft in den „Jahren des Überflusses“ zu dir gesprochen hat? Hast du einen so tief verwurzelten Glauben und ein so tiefes Vertrauen auf Gott, dass du in schwierigen Zeiten darauf zurückgreifen kannst?
Lasst uns nicht nur wirtschaftlich auf schwierige Jahre vorbereitet sein! Lasst uns tiefe geistliche Grundlagen haben! Stärke heute deinen Glauben! Übe heute die Liebe! Suche heute den Frieden! Lerne heute Demut! Bitte Gott heute um Kraft! Damit wir, wenn schwierige Tage kommen, Gott nicht erst dann suchen müssen, sondern ihn bereits kennen und wissen, dass wir uns an ihn wenden können. Amen.

GEBET: Barmherziger Gott, wie gut ist es zu wissen, dass ich in deiner Hand geborgen bin. Ich weiß: Was auch immer geschieht, ich bin nicht allein, denn du bist bei mir. Hilf mir, mich heute reichlich von deinem Wort zu nähren! Hilf mir, mich heute im Gebet an dich zu wenden! Hilf mir, dass mein Herz heute voller Liebe ist! Hilf mir, heute anderen Gutes zu tun! Hilf mir, als lebendiger Stein, der zu Christus gehört, am Aufbau deiner Kirche als geistlichem Haus mitzuwirken! Amen.


Sebestyén Elek Előd