Jakobs Traum
„Und er träumte: Siehe, eine Leiter stand auf der Erde, deren Spitze bis an den Himmel reichte. Und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.“ (1. Mose 28,12)
„Denn den Seinen gibt der Herr es im Schlaf.“ So lesen wir im Psalm 127. Träume haben einen besonderen Platz in unserem Leben. Es gibt schöne Träume, die unser Herz mit Freude erfüllen, und es gibt beunruhigende Träume, die uns noch am nächsten Tag belasten. In unseren Träumen kann das Wirklichkeit werden, wonach wir uns sehnen, oder wir begegnen Menschen, die wir geliebt haben und bereits verloren haben.
Auch Jakob hatte einen besonderen Traum. Er war auf dem Weg von Beerscheba nach Haran. Unterwegs machte er bei Bethel Rast. Er legte sich auf die bloße Erde und nahm einen Stein als Kopfkissen. Im Traum sah er eine Leiter, die bis zum Himmel reichte. Die Engel Gottes stiegen auf ihr auf und nieder, und er hörte die Verheißung des Herrn. Als er erwachte, wurde er von tiefer Ehrfurcht vor Gott erfüllt. Er erkannte, dass er der Gegenwart Gottes begegnet war. Darum sprach er: „Wahrlich, der HERR ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.“ (1. Mose 28,16) Jakob nahm den Stein, auf dem sein Kopf gelegen hatte, richtete ihn als Gedenkstein auf, goss Öl darüber und gab dem Ort den Namen Bethel, das heißt „Haus Gottes“. Außerdem legte er ein Gelübde ab: Wenn der Herr mit ihm sein, ihn auf seinem Weg bewahren und ihn in Frieden zurückbringen würde, dann sollte der Herr sein Gott sein, und von allem, was er besaß, wollte er ihm den Zehnten geben.
Jakobs Traum war kein Zufall. Er war auf der Flucht, seine Zukunft war ungewiss und sein Herz voller Angst. Gerade in dieser schwierigen Lage ließ Gott ihn erkennen, dass er nicht allein war. Die Leiter verkündete, dass zwischen Himmel und Erde eine lebendige Verbindung besteht und dass Gott gegenwärtig im Leben seines Volkes ist.
Liebe Leserin, lieber Leser! Das Leben eines jeden von uns kann dem Jakobs ähnlich werden. Von einem Augenblick auf den anderen können auch wir in schwierige und unsichere Situationen geraten. Vielleicht fliehen wir vor Hass hin zur Liebe oder von Zorn zur Vergebung. Wenn du dich allein fühlst oder dein Leben in die Tiefe geraten ist, dann erinnere dich an Jakobs Geschichte! Gott ist auch heute mit uns. Er eröffnet uns den Weg zu sich selbst und lässt uns in unseren Schwierigkeiten nicht allein. Vertraue auf ihn, denn er führt alle, die sich ihm zuwenden, treu und zuverlässig. Amen.
Sebestyén Elek Előd
GEBET: „Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. Herr, höre meine Stimme! Lass deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens! Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst – Herr, wer kann bestehen? Doch bei dir ist Vergebung, damit man dich fürchte. Ich harre des HERRN, meine Seele harrt, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen, mehr als die Wächter auf den Morgen. Israel, hoffe auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist Gnade und bei ihm ist die Fülle der Erlösung. Ja, er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden.“ (Psalm 130,1–8) Amen.