Neuntes Gebot
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!" (5. Mose 5,20)
Gewiss kennt jeder die Geschichte, als Jesus vor den Hohen Rat geführt wurde. Die Hohenpriester suchten zusammen mit den Mitgliedern des Rates nach Beweisen gegen Jesus, um ihn zum Tode zu verurteilen, aber sie fanden keine. Obwohl viele gegen ihn aussagten, stimmten ihre Aussagen nicht überein. Schließlich traten einige vor und legten falsches Zeugnis gegen ihn ab. Jesus wurde verurteilt und gekreuzigt. Ob sie aus Gewinnsucht oder aus einem anderen Grund falsch aussagten, ist jetzt weniger wichtig. Entscheidend ist, dass die Zehn Gebote im Judentum bereits seit anderthalb Jahrtausenden bekannt waren. Die Hohenpriester und die Mitglieder des Rates hätten am besten wissen müssen, dass man kein falsches Zeugnis ablegen darf. Dennoch verdrehten sie ohne Zögern die Worte Jesu und stellten falsche Zeugen gegen ihn auf.
Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch die Menschen haben sich nicht verändert. Obwohl sie das neunte Gebot kennen, halten es viele auch heute nicht ein. Wenn wir unachtsam oder eigennützig sind, können auch wir leicht gegen dieses Gebot verstoßen.
"Was will Gott im neunten Gebot? Dass ich gegen niemanden falsches Zeugnis ablege, niemandes Worte verdrehe, niemanden verleumde oder seinen Ruf schädige und niemanden ungehört leichtfertig verurteile. Wenn ich Gottes Zorn nicht auf mich ziehen will, soll ich Lüge und Betrug meiden als Werke des Teufels. Vor Gericht und in allen anderen Verfahren soll ich die Wahrheit lieben, sie offen aussprechen und bekennen und die Ehre und den guten Ruf meines Nächsten nach Kräften schützen und fördern." (HK 112) Amen.
GEBET: Herr, ich bitte dich, lass nicht zu, dass ich anderen mit meinen Worten oder Taten schade, noch dass andere mir so schaden! Bewahre mich vor falscher Rede! Amen.